Apple hat dem neuen iPhone-Betriebssystem 3.0 über hundert neue Funktionen spendiert. Hier möchte ich die wichtigsten Features im Detail vorstellen.
1. Zwischenablage
Dem iPhone fehlte bislang die Möglichkeit, über eine Zwischenablage Inhalte von einer Anwendung in die andere zu bringen. Das ist nun Geschichte. Mit „Cut, Copy & Paste“ können nicht nur Texte ausgeschnitten oder kopiert werden, sondern auch Bilder, Töne und Geo-Locations aus der Google Maps. Das Betriebssystem stellt „Cut, Copy & Paste“ über eine API auch anderen Apps zur Verfügung, so dass Entwickler von iPhone-Anwendungen bald kreativen Gebrauch von der neuen Funktion für eigene Datentypen wie Video oder andere Inhalte machen werden.
Um einen Text zu kopieren, tippt man ein Wort doppelt an oder drückt solange, bis die Lupe erscheint. Mit Hilfe von zwei Markern können dann Anfang und Ende der Auswahl präzise bestimmt und dann kopiert beziehungsweise ausgeschnitten werden. Mit dieser Markierung können auch Textstellen, beispielsweise in Notizen, gelöscht werden. Hat man sich mit der letzten Aktion vertan, muss man nur das iPhone kurz schütteln. Damit kann man eine Undo-Funktion aufrufen, die den letzten Arbeitsschritt wieder rückgängig macht.
2. MMS
Das iPhone OS 3.0 unterstützt nun auch den Multimedia Messaging Service (MMS), den Telekommunikationsdienst zur Übertragung von multimedialen Nachrichten. Allerdings sind nur das neue iPhone 3G S und das iPhone 3G MMS-tauglich.
Das iPhone der ersten Generation kann empfangene MMS nur über den Browser abrufen. Videos können nur mit dem 3G S gesendet werden, das 3G kann Videos immerhin darstellen.
3. Tastatur im Querformat
Zu den bekannten Neuerungen des 3.0er OS gehört auch der so genannte Landscape-Modus der virtuellen Tastatur. Bislang stand die Tastatur nur im mobile Browser Safari im Querformat zur Verfügung, wenn man das Gerät zur Seite kippte.
Künftig kann man auch E-Mails, Notizen und SMS mit der bequemeren Breitformat-Tastatur schreiben. Schüttelt man das iPhone, kann man die letzte Eingabe rückgängig machen.
Auch Anwendungen aus dem iTunes Store können diese API ansprechen und eine Quer-Tastatur anbieten.
4. Spotlight
Die systemweite Suchfunktion Spotlight dürfte eine der wichtigsten Innovationen der neuen iPhone-Software sein. Anwendungen wie Mail erhalten nun einen Suchschlitz, um die Inhalte auf dem iPhone – aber auch die Mails, die sich noch auf dem Server befinden, zu durchsuchen. Außerdem kann man von der Startseite des iPhone aus mit einer Fingerbewegung nach rechts die systemweite Suchfunktion Spotlight aktivieren. Mit Spotlight kann man nicht nur die Inhalte auf dem iPhone durchstöbern, sondern auch einfach iPhone-Anwendungen starten, die sich irgendwo auf einer der hinteren iPhone-Homepages befinden.
Ist ein iPhone mit einem Exchange-Server verbunden, kann die Suche nicht nur auf dem iPhone lokal gespeicherte Mails umfassen, sondern auch Inhalte, die sich auf dem Server befinden.
5. „Internet-Tethering“
Das iPhone kann mit dem OS 3.0 künftig als mobiles Internet-Modem eingesetzt werden. Teathering heißt es allgemein. Apple nennt das „Internet-Tethering“. Das funktioniert mit einem Mac oder PC ohne Zusatzsoftware. Allerdings muss das iPhone in das Mobilfunknetz eingebucht sein. Es reicht nicht aus, wenn das Apple-Handy über WLAN mit dem Netz verbunden ist.
Die Verbindung wird entweder über das weiße USB-Kabel oder eine Bluetooth-Software hergestellt. T-Mobile wird dies (im Gegensatz zum Apple-Partner AT&T in den USA) in absehbarer Zeit unterstützen. Allerdings legte der rosa Riese zum Start der 3.0-Software für das iPhone noch keinen Tarif vor. Daher bleibt das „Tethering“-Feature bei T-Mobile zunächst deaktiviert. Aber noch im Sommer 2009 will T-Mobile in diesem Punkt nachlegen.
Das Internet-Tethering auf dem iPhone via USB emuliert einen 10BaseT-Ethernet-Anschluss. In der Regel genügt es, das Kabel anzustecken genügt. Der Laptop holt sich dann automatisch eine IP-Adresse aus dem Bereich 192.168.20.x. Das iPhone dient dann als Router (192.168.20.1). Die DNS-Adressen der T-Mobile-Server sowie die Such-Domains werden automatisch eingetragen, so soll das auch sein. Das Verfahren funktioniert auch beim Data-Roaming. Aber vorsicht. das kann – auch wenn man eine Flatrate gebucht hat, im Ausland richtig teuer werden.
Solange die Verbindung besteht, wird im iPhone die Zeile mit der Uhrzeit blau unterlegt, darunter steht "Internet Tethering". Bei Testdownloads mit dem neuen iPhone 3GS (HSPA) erreichte ich je nach Mobilfunkzelle bis zu 540 kByte/s. Damit ist das iPhone 3GS ähnlich gut wie die schnellsten bisher getesteten Mobilfunkgeräte. Bei Testuploads erzielte ich "nur" bis zu 46 kByte/s. Das ist eigentlich ein sehr guter Wert für diesen Sendemodus. Allerdings ist das der langsamste UMTS-Sendemodus (nur 384 kBit/s). Viele aktuelle UMTS-Sticks und 3G-Handys beherrschen HSUPA mit 1,4 MBit/s. Manche Geräte erreichen bereits 2 MBit/s und ganz moderne können sogar 5,7 MBit/s.
Beim Tethering-Betrieb über USB wird das iPhone wird grundsätzlich geladen, saugt also unter Umständen die Batterie eines Laptops leer.
Internet Tethering via Bluetooth ist zwar langsamer als USB und kann HSDPA-Rate nicht ausschöpfen. Dafür saugt das iPhone nicht so an der Laptop-Batterie. Mir ist im Test aufgefallen, dass die Kurzanleitung im iPhone einen Fehler enthält. Beim Pairing darf die Verbindung nicht vom iPhone aus zum Laptop aufgebaut werden, sondern vom Laptop aus. Dafür muss das iPhone im Erkennungsmodus sein. Dazu muss in Einstellungen, Allgemein, die Bluetooth-Option antippen. Dann steht unterhalb der gekoppelten Gegenstellen “Jetzt erkennbar”). Das Tethering klappte dann einwandfrei, wenngleich langsamer als im USB-Modus.
6. Sprachsteuerung „Voice Control“
Diese Innovation gibt es leider nur für die Besitzer eines neuen iPhone 3G S. Wenn man den Home-Button zwei Sekunden lang drückt, erscheint ein blauer Bildschirm mit den Begriffen, die einen Sprachbefehl auslösen: „Ruf“ oder „Wähl“ in Kombination mit einem Namen aus dem Adressbuch löst einen Anruf aus. Hat der Kontakt mehr als eine Nummer, fragt das iPhone zurück, ob man beispielsweise privat, auf der Arbeit oder die Mobilfunknummer anrufen möchte. Man kann dem iPhone aber auch den kompletten Wählbefehl in einem Rutsch sagen („Ruf Max Mustermann mobil“).
Noch nicht ganz ausgereift erscheint die Erkennung der Sprachbefehle für die iPod-Funktion im iPhone 3G S. Das liegt aber weniger an der Spracherkennung selbst, sondern an den Voice-Over-Optionen in iTunes. In der Regel ist diese auf „Automatisch“ eingestellt, was dann dazu führen kann, dass er den Befehl „Spiele Musik von Johnny Cash“ nur dann versteht, wenn man den Vornamen der Country-Legende im besten Denglisch „Joohnie“ ausspricht statt „Dschonni“.
Stellt man die Voice-Over-Sprache für englischsprachige Songs auf Englisch ein, klappt das viel besser. Bei der Befehlsliste für „Voice Control“ sollte man sich am Besten an den Angaben auf dem iPhone-Bildschirm orientieren. Die beigefügte Bedienungsanleitung des iPhones führt hier manchmal in die Irre.
7. Find My iPhone
Mit dem iPhone OS 3.0 kann man Apple-Smartphones über den Onlinedienst MobileMe orten lassen. Diese Funktion hilft, wenn man das iPhone in den eigenen vier Wänden verlegt hat und auch der Anruf an die eigene Mobilfunknummer nicht weiterführt, weil man den Klingelton abgeschaltet hat. Über das Web-Frontend von MobileMe kann man nämlich sein iPhone zwei Minuten lang laut piepsen lassen, selbst wenn sich das Gerät im Lautlos-Modus befindet.
In den Benutzereinstellungen von MobileMe findet man dazu den Punkt „iPhone suchen“. Nach der Eingabe des MobileMe-Passworts sieht man dort auf einer Google Map, wo sich das iPhone zuletzt befunden hat Damit kann man schnell erkennen, ob man sein iPhone im Büro oder bei einem Restaurant-Besuch am anderen Ende der Stadt vergessen hat oder ob sich das gute Stück doch irgendwo in der eigenen Wohnung befinden muss.
Für einen ehrlichen Finder kann man zusätzlich eine Mitteilung auf das Display des iPhone senden und Hinweise für die Rückgabe übermitteln.
8. Remote Wipeout
Nutzer eines BlackBerry kennen diese Funktion längst, nun bietet auch das Apple-Handy einen verbesserten Datenschutz. Sollte das iPhone gestohlen oder endgültig verschwunden sein, kann man via MobileMe einen „Remote Wipeout“ aktivieren, mit dem die Inhalte auf dem iPhone sofort gelöscht werden.
Da die Inhalte auf dem iPhone mit dem neuen System OS 3.0 verschlüsselt abgelegt werden, sind die Daten sofort nicht mehr erreichbar, wenn der Löschbefehl empfangen wurde.












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Saubere Zsammenstellung gefällt mir!
sagt mal wärt Ihr an einer Kooperation Unserer Blogs interessiert?
Lg tobi
Ahoi,
nicht ganz richtig ist folgendes Statement:
…Möglich ist auch, eine „Geschmacksprobe“ als kostenlose App zu vertreiben und dann kostenpflichtige Inhalte aus der Free-App heraus kostenpflichtig anzubieten. Bislang mussten die iPhone-Anwender sich die „Pro“-Variante zusätzlich im iTunes Store besorgen und die Free-App löschen…
Weiterhin muss die Free-App gelöscht und die Pro-App installiert werden. Wie bereits in den Keynotes angekündigt “Free Apps remain free” bedeutet Apps, die kostenlos angeboten werden, können keine kostenpflichtigen Inhalte anbieten.
LG
Sascha
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@Sascha Doch, genau das ist jetzt mit OS 3.0 möglich. Ich kann aus einer Free-App heraus kostenpflichtige Inhalte anbieten (zusätzliche Levels bei einem Spiel, Abo von Inhalten etc.)